Fromme Frauen der islamischen Überlieferung
Im Namen Gottes. Ha-Mim. In den großen Werken der islamischen Geistesgeschichte finden sich, oft nur in wenigen Zeilen, die Lebensbilder von Frauen, die ihr gesamtes Dasein der Gottesnähe widmeten. Sie weinten, bis ihre Tränen versiegten. Sie beteten, bis der Morgen graute. Sie fasteten das ganze Jahr. Sie wiesen die Welt zurück, als wäre sie ein Strohhalm und meinten es so.
Diese Frauen trugen keine Titel, die die Geschichte laut überliefert. Und doch suchten die größten Gelehrten und Gottesfreunde ihrer Zeit ihre Gesellschaft, erbaten ihr Gebet, lernten von ihrem Zustand. Dhul-Nun al-Misri nannte eine von ihnen seine Meisterin. Bayazid al-Bistami bezeugte, dass er ihresgleichen nicht kannte. Imam ash-Shafiʿi betete hinter ihr.
Die folgenden Lebensbilder stammen aus der klassischen islamischen Überlieferung und sind im Werk tabakat l-kubra von Abd al-Wahhab al-Sha‘rani enthalten. Sie wurden ins Deutsche übertragen, damit diese Stimmen auch jene erreichen, die sie in ihrer ursprünglichen Sprache nicht lesen können. Es sind keine Heiligenlegenden. Es sind Zeugnisse von Menschen, die die Vergänglichkeit dieser Welt so tief empfanden, dass sie ihr ganzes Leben danach ausrichteten. Möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein. Wenn Sie den Text wortwörtlich als Audioaufnahme anhören möchten, klicken Sie auf den YouTube-Link.
Muʿadha al-ʿAdawiyya
Allah sei mit ihr zufrieden und schenke ihr Seine Barmherzigkeit.
Jeden Morgen pflegte sie zu sagen: „Dies ist mein letzter Tag“ und fügte hinzu: „Vielleicht sterbe ich noch heute.“
So schlief sie bis zum Abend nicht. Und wenn der Abend kam, sagte sie: „Vielleicht sterbe ich noch in dieser Nacht.“ Und so fand sie auch bis zum Morgen keinen Schlaf.
Drohte sie der Schlaf zu überwältigen, stand sie auf und schritt durch das Haus.
Sie fürchtete, im Schlaf unvorbereitet zu sterben. Lastete die eigene Seele schwer auf ihr, sprach sie zu sich: „O meine Seele, sei noch ein wenig geduldig, bald wirst du schlafen können… Der Schlaf ist nah. Er wartet dicht vor dir… Halte noch einen Moment durch…“
Ihre täglichen Gebete (Tag und Nacht zusammen) erreichten sechshundert Gebetseinheiten.
Vierzig Jahre lang hob sie kein einziges Mal den Blick zum Himmel.
Nach dem Tod ihres Mannes wurde in ihrem Haus kein Bett mehr ausgebreitet, bis zu ihrem letzten Atemzug schlief sie nie wieder in einem Bett.
Es war ihr vergönnt, der ehrwürdigen Aʾisha (Allah sei mit ihr zufrieden) persönlich zu begegnen und überlieferte von ihr einige edle Hadithe. Allah sei mit ihr zufrieden.
Rabiʿa al-ʿAdawiyya
Allah sei mit ihr zufrieden. Sie weinte viel. Sie war stets von tiefer Traurigkeit erfüllt.
Hörte sie unvermittelt das Wort „Hölle“, verlor sie die Besinnung und blieb lange Zeit so liegen.
Oft sagte sie: „Wir glauben, unsere Reue habe uns gerettet… Doch diese Reue selbst bedürfte einer weiteren Reue.“
Von den Menschen nahm sie nichts an. Sandte ihr jemand etwas, wies sie es zurück: „Ich habe keinen Bedarf an den Dingen dieser Welt.“
Sie hatte das achtzigste Lebensjahr überschritten und ging dennoch noch auf eigenen Beinen. Freilich nur mit größter Mühe. Wer sie sah, hielt den Atem an: Sie schien jeden Moment zu fallen. Doch sie wollte beim Gehen die Hilfe von niemandem.
Im Gebet weinte sie still und in sich gekehrt. Wenn sie die Niederwerfung vollzog, bildeten ihre Tränen eine Lache auf dem Boden.
Man berichtete ihr, dass Sufyan ath-Thauri gesagt hatte: „Weh mir ob meines kläglichen Zustandes…“ Darauf erwiderte sie: „Weh dir? Wie wenig ist dein Weh… Hätten wir es vermocht, aus tiefstem Herzen zu klagen und wahrhaft betrübt zu sein. Was hätten wir dann noch in dieser Welt zu suchen gehabt… Hätten wir dann überhaupt noch leben können?“
Es gibt noch viele weitere Überlieferungen über sie. Allah sei mit ihr zufrieden.
Majida al-Qurashiyya
Allah sei mit ihr zufrieden. Sie berichtete: „Jede Bewegung, die mein Auge trifft, jedes Geräusch, das ich höre, jeder Schritt, den ich tue, all das dünkt mich, als trüge es mich dem Tod entgegen. Als würde ich jeden Moment sterben.“
Und sie pflegte zu sagen: „Wie verwirrt seid ihr, ihr Kurzverständigen, ihr wohnt in einem Haus, aus dem der Aufbruch längst ausgerufen wurde. Die einen gehen, einer nach dem anderen. Die Zurückbleibenden stehen fassungslos. Andere lassen sich von der Frist täuschen. Als gälte der Ruf zum Aufbruch nicht euch, sondern den anderen… Was also stimmt euch traurig? Der Befehl zum Weiterziehen gilt doch nicht nur den anderen.“
Und sie sagte: „Die Menschen der Gottesverehrung haben das Paradies und das Wohlgefallen des Allgnädigen erlangt. Doch sie haben dieses Wohlgefallen und dieses Paradies nicht leichten Herzens gefunden, auf diesem Weg haben ihre Leiber sich erschöpft…“ Allah sei mit ihr zufrieden.
Sayyida Aʾisha bint Jaʿfar as-Sadiq
Allah schenke ihr Seine Barmherzigkeit und sei mit ihr zufrieden. Sie war die Tochter von Jaʿfar as-Sadiq (möge Allah mit ihm zufrieden sein). Ihre Grabstätte befindet sich in Ägypten. Sie ist beim Qarafa-Tor bestattet.
Sie pflegte zu sagen: „Bei Deiner Erhabenheit und Deiner Majestät, solltest Du mich in die Hölle werfen, so werde ich mein Bekenntnis zur Einheit Gottes in die Hand nehmen, mitten unter den Bewohnern der Hölle umhergehen und rufen: Ich habe Ihn als den Einen bekannt, und Er lässt mich leiden…“ Allah sei mit ihr zufrieden.
Die Gattin von Rihab al-Qaysi
Allah sei mit ihr zufrieden. Die ganze Nacht verbrachte sie im Gebet. Während ihr Mann schlief, stand sie auf und widmete sich bis zum Morgen dem Bittgebet, dem Gottesgedenken und der Andacht.
Ihre nächtliche Gottesverehrung hatte sie in vier Abschnitte eingeteilt. Nach dem ersten Abschnitt ging sie zu ihrem Mann: „O Ribah, steh auf und bete.“ Doch er stand nicht auf und blieb liegen. Sie kehrte zurück und begann den zweiten Abschnitt. Nach dessen Abschluss ging sie wieder zu ihm: „O Ribah, steh auf.“ Er stand wieder nicht auf. Sie kehrte zurück und setzte ihre Andacht fort. Zum dritten Mal ging sie zu ihm: „Steh auf, o Ribah.“ Er stand abermals nicht auf und schlief weiter. So vollendete sie ihre nächtliche Gottesverehrung allein. Dann kam sie ein letztes Mal zu ihm: „O Ribah, es ist genug, steh auf. Die Nacht ist vergangen und du schläfst noch immer. Hätte ich es nur gewusst, wer mich mit dir in die Irre geführt hat. Du bist so stur… Du stehst einfach nicht auf.“
Oft hob sie einen Strohhalm vom Boden auf und sagte: „Ich schwöre bei Gott, diese Welt ist mir nicht mehr wert als dieser Halm.“
Nach dem Nachtgebet legte sie jeden Abend ihr schönstes Gewand an, parfümierte sich und ging zu ihrem Mann: „Hast du einen Wunsch, hast du ein Anliegen?“ So fragte sie ihn. Erhielt sie die Antwort: „Nein“, entfernte sie sich sogleich, legte Schmuck und Gewand ab und betete bis zum Morgengrauen. Allah sei mit ihr zufrieden.
Fatima an-Nisaburiyya
Allah sei mit ihr zufrieden. Dhul-Nun al-Misri sagte: „Fatima ist meine Meisterin.“
Er berichtete folgendes von ihr: „Der Mensch muss stets wissen, dass der Höchste ihn im Blick hat. Wer dessen nicht eingedenk ist, treibt auf allen Plätzen im Nichtigem umher und wirft leichtfertig Worte hin. Wer aber den Höchsten stets als sich nahestehend begreift, den bewahrt allein die Wahrhaftigkeit. Er schämt sich vor dem Höchsten. Und der Höchste schenkt ihm Aufrichtigkeit und Lauterkeit.“
Und sie sagte: „Wer all sein Tun allein um Gottes willen verrichtet und daran gewöhnt ist, Gott in jedem seiner Zustände als Zeugen zu sehen, der ist ein wahrhaft Lauterer.“
Bayazid al-Bistami berichtete: „Ich habe keine Frau gesehen, die einen solchen inneren Zustand besaß wie Fatima. Von welcher geistlichen Stufe ich ihr auch erzählte, sie war damit bereits vertraut.“
Sie war auf dem Weg nach Mekka zur Umra, als sie unterwegs starb. Allah sei mit ihr zufrieden.
Rabiʿa bint Ismaʿil
Allah sei mit ihr zufrieden. Von Einbruch der Nacht bis zum Morgen verbrachte sie im Gebet. Und sie sagte: „Wenn ein Mensch Gott aufrichtig dient, gewährt ihm der Allmächtige die Erkenntnis seiner eigenen Fehler. So beginnt er, seine Vergehen zu berichtigen, und lässt die Menschen in Ruhe, indem er sich mit seinen eigenen Mängeln beschäftigt.“
Das ganze Jahr über fastete sie. Und sie pflegte zu sagen: „Für jemanden wie mich ziemt es sich nicht, diese Welt ohne Fasten zu durchleben.“
Manchmal sagte sie zu ihrem Mann: „Ich liebe dich nicht als Ehemann, sondern als Bruder.“ [Womit sie ihre vollständige Hinwendung zu Gott und ihre Loslösung von weltlichen Bindungen zum Ausdruck brachte.]
Hörte sie den Gebetsruf, sagte sie: „Ich erinnere mich an den Ruf, der am Jüngsten Tag vor dem göttlichen Angesicht ergehen wird.“
Und wenn sie Schnee fallen sah, sagte sie: „Ich erinnere mich daran, wie die Aufzeichnungen der Taten im Jenseits herbeifliegen und unter den Menschen verteilt werden.“
An heißen Tagen sagte sie: „Dieser Tag lässt mich an die Hitze des Auferstehungsplatzes am Jüngsten Tag denken, und an unseren kläglichen Zustand dort.“
Sie berichtete, dass sie Dschinn sehe: „Sie kommen zu mir und gehen wieder.“
Und sie sagte, dass sie die Seligen des Paradieses oft erblicke: „Doch jedes Mal, wenn ich sie sehe, erscheinen sie mir verschleiert. Ich kann nicht einmal ihre Gesichter sehen.“
Es gibt noch viele weitere Überlieferungen über sie. Allah sei mit ihr zufrieden.
Umm Harun
Allah sei mit ihr zufrieden. Sie lebte in beständiger Ehrfurcht vor Gott. Ihr ganzes Tun und Trachten galt der Gottesverehrung. Ihre einzige Nahrung war schlichtes, trockenes Brot.
Sie pflegte zu sagen: „Nur der Anbruch der Nacht bereitet mir Freude.“
Wenn der Tag kam, versank sie in Trübsal, denn jede Nacht verbrachte sie bis zum Morgen im Gebet. Und sie berichtete: „In der Stunde vor dem Morgengrauen tritt der Geist in mein Herz ein.“
Einmal verließ sie tagsüber das Haus. Da drang eine Stimme an ihr Ohr: „Haltet sie fest.“ Sie stürzte zu Boden und verlor die Besinnung.
An die zwanzig Jahre lang bestrich sie ihr Haar mit keinerlei Öl. Wenn sie ihr Haar offen zeigte, sah man, dass sie das schönste Frauenhaar besaß.
Einmal verschlug es sie in die Wüste. Unvermittelt trat ihr ein Löwe entgegen. Sie erschrak nicht im Mindesten und sagte: „Wenn du ein Recht auf meine Nahrung hast, so friss.“ Der Löwe sah sie an, tat ihr nichts und lief davon. Allah sei mit ihr zufrieden.
Amra (Gattin von Habib)
Allah sei mit ihr zufrieden. Sie war die Gattin von Habib. Jede Nacht verbrachte sie im Gebet. Wenn die Stunde vor dem Morgengrauen kam, ging sie zu ihrem Mann und sagte: „Steh nun auf. Das Liegen hat gereicht. Die Nacht ist vergangen, der Tag ist gekommen. Die Sterne der Erhabenen sind zur Erde gefallen. Die Karawane der Rechtschaffenen hat sich in Bewegung gesetzt. Du aber stehst noch immer still. In diesem Zustand wirst du sie niemals einholen.“
Einmal erkrankte ihr Auge. Man fragte sie: „Schmerzt es sehr? Wie kommt es zu solch starkem Schmerz?“ Sie antwortete: „Was ist das schon. Wenn ihr wüsstet, wie krank mein Herz ist. Es ist weit kranker als meine Augen.“ Allah sei mit ihr zufrieden.
Amat al-Jalil
Allah sei mit ihr zufrieden. Sie war der Weltentsagung hingegeben und in die Gottesverehrung versunken.
Einst bemühten sich die Gotteserkennenden ihrer Zeit, den Zustand der Gottesnähe vollständig zu beschreiben, doch sie fanden keine treffende Umschreibung dafür. Schließlich baten sie sie: „Bitte für uns.“
Da sagte sie: „Wenn es angebracht wäre, gegenüber Fehlenden zu schweigen, so würdet ihr diesen alten Menschen hier verstummt vorfinden. Doch das Bittgebet ist auch eine bewährte Praxis.“
Dann erhob sie die Hände und sprach: „O Allah, schenke ihnen einen hohen Rang im Paradies. Möge Er den Gedanken an den Tod weder aus ihren noch aus meinem Herzen tilgen. Möge Er unseren Glauben bis zu unserem letzten Atemzug bewahren. Denn Er ist der Barmherzigste der Barmherzigen.“ Allah sei mit ihr zufrieden.
Shaʿwana
Allah sei mit ihr zufrieden. Niemand sah sie je ohne Tränen. Man fragte sie: „Warum weinst du so sehr?“ Sie antwortete: „Ich möchte weinen, und zwar ohne Unterlass, bis meine Tränen versiegen. Wenn die Tränen enden, soll Blut fließen. Bis weder Blut noch sonst etwas in mir verbleibt, bis meine Adern sich geleert haben.“
Oft pflegte sie zu sagen: „Wer nicht die Kraft hat zu weinen, der zeige wenigstens Mitgefühl gegenüber denen, die weinen. Denn wer weint, weint, weil er seinen kläglichen Zustand kennt. Er weiß, was er getan hat. Er ahnt, was ihm auf dem langen Weg bevorsteht und was er dafür benötigt.“
Wieder weinte sie und flehte: „Mein Gott, wessen Herz von Liebe zu Dir entflammt ist und wer um Deinetwillen dürstet, den stillt kein Wasser dieser Welt.“
Ihre Dienerin berichtete: „Nachdem ich sie erblickt hatte, verfiel ich nie wieder weltlichen Dingen. Und ich verachtete nie wieder einen Menschen.“
Der große Gottesfreund Fudayl ibn ʿIyad pflegte sie aufzusuchen und sie um ihr Gebet zu bitten. Allah sei mit ihr zufrieden.
Amina ar-Ramliyya
Allah sei mit ihr zufrieden. Bishr ibn al-Harith, einer der großen Gottesfreunde, pflegte sie stets aufzusuchen, in ihrer Gesellschaft zu verweilen und ihr Gebet zu erbitten. Als Bishr eines Tages erkrankte, brach Amina von Ramla auf und besuchte ihn.
Während Amina bei ihm war, kam auch Imam Ahmad, um Bishr zu besuchen. Er sah Amina und wandte sich an Bishr: „Wer ist diese Frau?“ Bishr antwortete: „Das ist Amina ar-Ramliyya. Sie hat von meiner Krankheit erfahren und ist eigens aus Ramla gekommen, um mich zu besuchen.“
Als Imam Ahmad dies hörte, sagte er: „Möge sie für uns beten.“ Daraufhin wandte sich Bishr an Amina und übermittelte ihr die Bitte. Sie willigte ein, erhob die Hände und sprach: „Mein Gott, wenn Bishr ibn al-Harith und Ahmad ibn Hanbal der Errettung aus der Hölle begehren, so rette sie. O Du Barmherzigster der Barmherzigen.“
Was danach geschah, wollen wir aus dem Mund von Imam Ahmad selbst hören: „Es war an jenem Abend. Ich befand mich in einem Zustand zwischen Schlaf und Wachen. Da fiel mir ein Blatt vom Himmel vor die Füße. Darauf stand geschrieben: Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen, des Erbarmungsvollen. Wir haben das Ersehnte gewährt. Bei Uns gibt es noch Erhabeneres.“ Allah sei mit allen dreien zufrieden.
Manfusa bint Zayd
Allah sei mit ihr zufrieden. Ihr Vater hieß Zayd, ihr Großvater Abu l-Favaris. Sie hatte einen Sohn, der starb. Sie drückte seinen Kopf an ihre Brust und sprach: „Dass du vor mir gegangen bist und nicht nach mir zurückgeblieben bist, ist das Bessere. Dass ich deinen Tod geduldig ertrage und nicht um dich klage, ist das Bessere. Und doch ist dein Scheiden für mich eine tiefe Sehnsucht. Wenn ich diese Sehnsucht geduldig trage und dafür Lohn empfange, so werde auch ich gewiss zum Guten gelangen.“
Dann begann sie, die folgenden Verse von ʿAmr ibn Maʿdikarib zu rezitieren: „Wir sind ein Volk, dessen Augen nicht tränen, selbst wenn uns der Tod die Seele entreißt.“ Allah sei mit ihr zufrieden.
Sayyida Nafisa
Allah sei mit ihr zufrieden. Ihr Vater hieß Hasan, dessen Vater Zayd und ihre Linie reicht hinauf zu den ehrwürdigen Hasan und Ali. Allah sei mit ihnen allen zufrieden.
Sie wurde in Mekka geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie ganz in der Gottesverehrung. Als sie herangewachsen war, wurde sie mit einem Mann namens Ishaq al-Muʾtaman verheiratet. Gott schenkte ihr zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Den Sohn nannte sie Qasim, die Tochter Umm Kulthum.
Die letzten sieben Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Ägypten, wo sie auch starb.
Nach ihrem Tod nahm ihr Mann Qasim und Umm Kulthum zu sich und verließ Ägypten. Sie wurden bei ihrer Heimkehr in Baqiʿ bestattet. Diese Angelegenheit ist jedoch umstritten. Ibn al-Mulaqqin hat sie überliefert.
Nachdem Imam ash-Shafiʿi nach Ägypten gekommen war, pflegte er diese ehrwürdige Frau aufzusuchen. Oft kam er zu ihr und betete das Tarawih-Gebet hinter ihr. Allah sei mit ihnen beiden zufrieden.
Zum Abschluss
Diese Lebensbilder sind Zeugnisse einer inneren Welt, die nach außen kaum sichtbar war. Keine dieser Frauen suchte Bekanntheit. Keine hinterließ Werke, die ihren Namen durch die Jahrhunderte tragen sollten. Und doch sind ihre Worte, ihre Zustände, ihre Tränen und ihre Gebete so lebendig überliefert, dass man beim Lesen das Gefühl nicht loswird: Diese Menschen haben etwas berührt, das jenseits der Zeit liegt.
Sie erinnern uns daran, dass Größe nicht im Äußeren wohnt. Dass die tiefste Gotteserkenntnis oft im Verborgenen gereift ist, in schlaflosen Nächten, in stillen Tränen, in einem Herzen, das keine Ruhe fand, solange es Gott nicht nahe war.
Mögen diese Zeilen demjenigen, der sie liest, ein Licht sein und einen Funken jener Sehnsucht entzünden, die diese Frauen ein Leben lang getragen haben.
Mein Gott, Du kennst unsere Zustände, wie Du ihre Zustände kanntest. Du weißt, wie weit wir sind und wie nah Du bist. Schenke uns ein Herz, das sich schämt vor Dir. Schenke uns Augen, die weinen um Deinetwillen. Schenke uns eine Seele, die diese Welt kennt für das, was sie ist und die dennoch aufrecht bleibt, bis Du sie rufst. Vereinige uns mit diesen Deinen Dienerinnen in Deiner Barmherzigkeit in dieser Welt durch ihr Vorbild, und in jener Welt durch Deine Gnade. Amin.
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